Sommerschule Bildung für alle
SommerschuleBildung für alle

Südwest Presse Ulm vom 15. April 2010
Rudi Kübler

 

Sommerschule für Behinderte zum 12. Mal

Neues trifft auf Bewährtes - unter diesem Motto könnte die 12. Sommerschule für Menschen mit geistiger Behinderung oder Lernschwierigkeiten stehen. Lothar Heusohn von der Ulmer vh und Franz Schweitzer, Heilpädagoge am Tannenhof, haben ein Programm mit 16 Kursen von Mai bis Juli zusammengestellt - Kursen, die wie Kochen und Backen, Computer, Englisch, Entspannung und Tanzen schon zu den Klassikern des Bildungsangebots gehören. Kaum angeboten, schon überbelegt. Und Kursen, mit denen die Verantwortlichen Neuland betreten. "Spannende und neue Erfahrungen" erwartet Heusohn beispielsweise nicht nur beim Kurs "Weltreligionen", in dem Unterschiede und Gemeinsamkeiten herausgearbeitet werden. Oder etwa in dem Kurs, in dem die Ermordung Behinderter in Grafeneck vor 70 Jahren thematisiert wird. "Das ist sicherlich ein Experiment", sagt Heusohn. Gleiches gilt mit Sicherheit für das Angebot "Selbstständig wohnen". In den Heimen leben die behinderten Menschen behütet, alles ist durchorganisiert, vom Essen bis zum Putzen. Wie aber sieht der Alltag aus, wenn die Behinderten, wie es oft gefordert wird, selbstständig leben? "Wir üben ganz praktisch den Alltag", sagt Heusohn. Neu im Programm sind auch die Kurse "Streiten - aber richtig", "Keine Angst vor Hunden" und "Yoga". Sahnehäubchen der Sommerschule ist die Reise nach Brüssel, eine fünftägige Exkursion mit politischem Hintergrund in die europäische Hauptstadt.

Nicht Sightseeing ist das Ziel, sondern der Austausch mit belgischen Behinderten und Vertretern des Europa-Parlaments. Und die Finanzierung der Sommerschule? Hart auf Kante genäht, sagt Heusohn.

Südwest Presse Ulm vom 15. Mai 2009
Rudi Kübler

 

Sommerschule feiert ihr Zehnjähriges

Die Sommerschule feiert ein kleines Jubiläum: 
Seit nunmehr 10 Jahren gibt es das Kursangebot der Ulmer vh für Menschen mit Behinderung.

„Wir sind schon ein bisschen stolz“, sagt Franz Schweitzer, der gemeinsam mit Lothar Heusohn seit 1999 für die Sommerschule verantwortlich zeichnet. Ursprünglich als „Experiment“ gestartet, hat sich das Kursangebot für Menschen mit geistiger Behinderung oder Lernschwierigkeiten mittlerweile fest etabliert. Ein Sommer ohne Sommerschule - das ist für viele, die in den Lebenshilfe-Werkstätten arbeiten oder im Ulmer Behindertenheim Tannenhof leben nicht vorstellbar. „Die Sommerschule ist heute so etwas wie Normalität geworden, vielleicht schon eine Selbstverständlichkeit“, sagt Heusohn, der als vh-Mitarbeiter den Bildungsbereich abdeckt, während Schweitzer aus der Behindertenarbeit kommt. Teilhabe am normalen Leben, außerhalb der beschützenden Einrichtung, war und ist heute das Ziel. Mit dem vielfältigen Programm löst die vh Ulm die Forderung ein, dass alle Menschen das Recht auf Bildung haben - auch Menschen mit Behinderung.
Das Angebot umfasst Bewährtes wier Kochen, Lesen und Schreiben sowie Computer, „ohne diese Kurse geht es nicht“, sagt Schweitzer. Darüber hinaus geht es immer auch um politische Bildung: „Superwahljahr“ lautet der Titel eines Kurses, der über Europa-, Kommunal- und Bundestagswahl informiert. Ein anderer beschäftigt sich mit dem Thema „Mitreden und mitbestimmen“. Und auch der soeben von der EU ausgezeichnete Englisch-Kurs ist wieder im Angebot. 15 Kurse sind es insgesamt. Höhepunkt ist eine 5-tägige Reise nach Amsterdam; auf dem Programm stehen nicht nur eine Grachtenfahrt und ein Altstadt-Bummel, sondern auch Gespräche mit einer niederländischen Gruppe Behinderter. „Wir wollen ja auch etwas über die Lebens- und Arbeitssituation dort erfahren“, sagt Heusohn.
Übrigens: Gefeiert wird das 10-jährige Bestehen der Sommerschule im Herbst - und zwar am Freitag, 30. Oktober, mit Musik, Diashow und kaltem Buffet.

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